
Die kleine Experimentatorin prüft die Temperatur der Lichtquelle bei unterschiedlicher Lichtmenge (Bild: ITO).
Was ist Licht und was machen eigentlich Ingenieure und Wissenschaftler?
Optik ist mit Sicherheit die „anschaulichste“ aller Wissenschaften und daher werden optische Experimente gern eingesetzt, um Kinder mit der Physik vertraut zu machen. Im Rahmen eines zweistündigen Besuchs am Institut für Technische Optik (ITO) der Universität Stuttgart konnten Kindergartenkinder (Alter: 5 bzw. 6 Jahre) des Ravenni Kindergarten Stuttgart erfahren, was Licht eigentlich ist und dass man mit Licht eine Menge Nützliches anfangen kann. Vorrangiges Ziel der Veranstaltung war die Verstärkung bzw. der Aufbau einer positiven Grundeinstellung zu Natur- und Ingenieurswissenschaften („Optik/Wissenschaft/Erfinden/Bauen macht Spaß und ist spannend“).
Besondere Highlights für die Kinder waren das Basteln eines Fernrohrs und das Mikroskopieren eigener Haare und Wasserproben mit einem (beeindruckend großen) Videomikroskop. Als positiver Nebenaspekt ergab sich dabei eine Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder („Ich kann komplizierte Geräte bedienen (Mikroskop) und selbst bauen (Teleskop)“). Flankiert wurden diese Aktivitäten durch theoretische Teile und kleine Experimente. In diesem Bereich war das wesentliche Ziel die Vermittlung eines einfachen Modells von Licht und Farbe und einer Vorstellung davon, was Ingenieure und Wissenschaftler machen.
Für den Erfolg der Veranstaltung wesentlich waren verschiedene Punkte:
1.) Zeitlicher Ablauf:
Besonders wichtig waren die Planung der Abfolge und Länge von anstrengenden und weniger anstrengenden Teilen sowie Pausen (mit Bewegung) und die richtige Dosierung des Schwierigkeitsgrades. Eine Bewegungspause wurde durch einen Ausflug zum Uni- Teich zur Gewinnung von Mikroskopieproben realisiert. Die zweite Pause war ein gemeinsames Vesper welches lückenlos in einen kurzen Präsentationsteil (Diashow) überging. Für das Basteln und Mikroskopieren wurde die Gruppe (12 Kinder) geteilt.
2.) Fragen und Experimente:
In den theoretischen Teilen (Lichtmodell: einfaches Teilchenmodell demonstriert mit Bällebadkugeln) wurde viel mit Fragen ( z.B. „Hat jemand eine Idee wo wir denn Licht her bekommen können?“) und Experimenten (z.B. Licht aus dimmbarer Halogenquelle macht je nach Lichtmenge mehr oder weniger warm, Laser und Rauch) gearbeitet.
3.) Mit-nach-Hause-Nehmen:
Es war wesentlich für die Kinder, die selbst erarbeiteten Dinge (gebastelte Fernrohre und Ausdrucke der selbst mikroskopierten Bilder der eigenen Haare) mit nach Hause nehmen zu können.
4.) Tipps von Experten:
Im Vorfeld wurde sehr detailliert das Konzept mit einer erfahrenen Erzieherin/Sozialpädagogin durchgesprochen. Viele „pädagogische Anfängerfehler“ konnten so im Vorfeld eliminiert werden.
Beeindruckend war (neben der offensichtlichen Begeisterung) die unerwartet hohe Ausdauer und Konzentration der Kinder. Alle Rückmeldungen (sowohl von Kindern, den begleitenden Erzieherinnen als auch indirekt von Eltern, denen Ihre Kinder berichtet hatten) waren durchweg sehr positiv. Rückfragen bei einzelnen Kindern zeigten auch, dass zumindest ein großer Teil des dargestellten Wissens verstanden (wenn auch nicht zwangsläufig dauerhaft memoriert) wurde.
Abschließend kann gesagt werden, dass das Konzept für die Kinderanzahl (12) und eine Dauer von idealerweise 2½ Stunden sehr gut geeignet ist. Details (Konzept, Experimente, Teleskopbau) werden gerne vom ITO an Interessenten weitergegeben.
Kontakt:
Dr. Tobias Haist
Institut für Technische Optik, Universität Stuttgart
haist@ito.uni-stuttgart.de




















