Das Konzept soll insgesamt dazu dienen, vermehrt Jugendliche für den Ingenieurberuf zu interessieren, Schwellenängste abzubauen sowie die Attraktivität des Berufes und des Hochschulstandortes zu vermitteln. Folgende Punkte werden dabei berücksichtigt:
- Einbindung in den Unterricht der Schüler
- Erprobung neuer Arbeitsformen für Schüler (Projektmanagement)
- Einbindung der Lehrer in industriell geführte Projekte
- Information der Schüler über unterschiedliche technische Disziplinen und Studienrichtungen
- Klärung des Interesses/der Begabung für technische Aufgabenstellungen
Im Projekt sammelt ein Roboter, der von einer Lichtlinie gesteuert wird, Tischtennisbälle ein und schießt sie am Ende auf eine Torwand. Dabei muss der Roboter unterscheiden, ob er einen Tischtennisball oder einen Golfball einsammelt – letzteren sollte er gleich wieder aussortieren. Im Projekt für die knapp 50 Teilnehmer der Schüler-Ingenieur-Akademie war von der Planung bis zum Prototyp alles in der Problemstellung enthalten. Ein ganzes Schuljahr lang haben die Oberstufenschüler, für die das Projekt an der Hochschule in Göppingen mit in ihre Kursbewertung einfließt, in mehreren Gruppen daran getüftelt. Neben den technischen Grundlagen und Kniffen haben die Professoren und Dozenten der Hochschule aber auch Einblicke in das Projektmanagement gegeben. Durch die Projektarbeit lernen die Schülerinnen und Schüler die Ingenieurtätigkeit durch selbstständige Arbeit kennen, wobei erfahrene Ingenieure hilfreich zur Seite stehen. Wochenendseminare über Projektmanagement und Teampädagogik hel-en bei der Planung und Durchführung der Aufgabe. In den regelmäßigen Projektbesprechungen müssen die Schülerinnen und Schüler in Form eines Vortrags über den Stand der Arbeiten berichten. Ein Wochenendseminar über Präsentationstechnik liefert hierzu das erforderliche Fundament. In einem Funktionstest und einer Abschlussveranstaltung werden die Ergebnisse der Projektarbeit präsentiert. Im Schuljahr 2008/09 nahmen 45 Schülerinnen und Schüler aus sieben Gymnasien des Landkreises an der Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA) teil und arbeiten jeden Freitagnachmittag in den Laboren der Hochschule, darunter ein Reinraumlabor. Die SIA wird vom Arbeitgeberverband Südwestmetall sowie namhaften Firmen aus der Industrie organisiert. Vor einigen Jahren wurde dieses Projekt von den Partnern und vor allem auch von Dr. Helma Hink, Rektorin am Hohenstaufen-Gymnasium, ins Leben gerufen. „Wir haben viel gelernt“, sagt Sarah Caska, Schülerin am Hohenstaufen-Gymnasium. Praktische Arbeit wie diese komme in den Lehrplänen des Gymnasiums nicht vor, auch wenn es für das spätere Berufsleben nötig wäre. Für die Schüler der Klassenstufe 12 ist SIA auch deshalb attraktiv, weil es als Seminarkurs anerkannt wird. Seminarkurse sind als besondere Lernleistung ein Teil der insgesamt fünf Pflicht- bzw. Wahlpflichtbereiche der gymnasialen Oberstufe und sind als vierstündiges Schulfach in der Abiturnote enthalten. Dass die SIA bei den Schülern ankommt, das zeigen die Anmeldezahlen für das nächste Schuljahr: Die 45 Plätze sind längst belegt – weit mehr Anmeldungen liegen Prof. Helmut von Eiff von der Hochschule Esslingen vor, der die SIA zusammen mit einem engagierten Team leitet.

Fussballroboter mit optischem Sensor (Foto HS Esslingen)
Kontakt:
Prof. Dr. Helmut von Eiff
Hochschule Esslingen, Standort Göppingen
helmut.eiff@hs-esslingen.de










