Dez 05

Eine angehende Feinoptikerin prüft eine Linse (Bild: Jena JobBlog)

Mit wem unterhält sich ein Schüler am liebsten über einen Ausbildungsberuf? Mit einem Lehrer oder einem Ausbilder? Wohl eher nicht, denn am besten können Azubis selbst einem Gleichaltrigen ihren zukünftigen Beruf vorstellen. Deshalb hat die Jenaer Wirtschafts- förderungsgesellschaft in Kooperation mit der TowerConsult GmbH, Vistec Electron Beam, der Jenoptik AG und zahlreichen weiteren Optikunternehmen am Standort den Jena JobBlog aufgesetzt, um Azubis sowie ausgelernten Fachkräften eine Plattform zu bieten, für ein junges Publikum über ihre Erfahrungen im Beruf zu schreiben. So kann sich ein Schüler zum Beispiel über das Berufsbild des Feinoptikers im O-Ton informieren:

„Hallo, wir sind Beatrice (18) und Constanze (20) aus Jena. Wir sind Auszubildende des 2. Lehrjahres zu Feinoptikerinnen von der Jenoptik Optical Systems GmbH.
Feinoptiker fertigen Linsen, Prismen oder Filter etc. für Kameras, Mikroskope, Ferngläser für optische Systeme, welche in der Astronomie oder in der Medizin Anwendung finden. Die einzelnen Werkstücke werden aus unterschiedlichen Materialen, z.B. optischen Glas, Glaskeramik oder Kristallen, wie Flussspat gefertigt.
Die Ausbildungszeit dauert 3,5 Jahre im dualen System. Hat man den Facharbeiter nach der Abschlussprüfung erreicht, stehen weitere Möglichkeiten für die Weiterentwicklung, wie dem Meister- oder Studiengang zur Verfügung. In den ersten beiden Lehrjahren werden wir im Jenaer Bildungszentrum ausgebildet. Die Lehrwerkstätten weisen einen sehr hochwertigen Standard auf.
So lassen sich die besten Ergebnisse erzielen. Darüber hinaus werden Grundkenntnisse für diesen Beruf übermittelt. Einerseits erlernen wir manuelle Tätigkeiten, wie Läppen oder Polieren, anderer-

seits werden uns die maschinellen Arbeiten, z.B. Schleifen, Trennschleifen aber auch das maschinengestützte Läppen oder Polieren erlernt. Außerdem arbeiten wir an Zentriermaschinen und an CNC – Maschinen. Um gute Arbeiten erzielen zu können, ist es wichtig sich in Geduld zu üben und man muss einen Sinn für präzises Arbeiten aufweisen.
Wir arbeiten momentan im 2.Lehrjahr an Konkavlinsen (Hohllinsen) aus Flintglas. Die Linsen werden geschliffen, geläppt und poliert. Hierbei ist es wichtig, dass man Maße beachtet und sauber arbeitet, um keine Fehler auf der polierten Fläche zu erhalten. In der sogenannten Planoptik stellen wir Würfel oder Prismen her. Auch hier ist der erste Schritt das Läppen, um eine gleichmäßige Oberfläche zu erhalten und um das geforderte Maß zu erzielen. Hier kommt es auf den richtigen Winkel des Würfels an. So lernen wir bei diesem Projekt den Umgang mit den verschiedensten Messmitteln, wie dem Haarwinkel, Stellwinkel oder dem Haarlineal.
Bei allen bearbeiteten Projekten haben uns die erlernten Schulkenntnisse gut weitergeholfen. Es ist ratsam in Mathe fit zu sein, da man sehr viele Berechnungen, wie für die Maschineneinstellungen, Werkzeugberechnungen und Umrechnungsarten, erledigen muss. Auch sollte man schon Vorkenntnisse in der optischen Physik haben, da doch viel auf dem Schulwissen in der Ausbildung aber auch im Schulunterricht aufgebaut wird. Wer viel Spaß an handwerklichen und exakten Arbeiten hat ist bei diesem Beruf genau an der richtigen Stelle.“